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Lehrkräfte lernen in Lauresham

Updated: Apr 14, 2019

Bergstraße. Auf Einladung des Kreisverbandes Bergstraße-Odenwaldkreis des Deutschen Lehrerverbandes Hessen (DLH) besuchten dieser Tage Lehrkräfte aus beiden Landkreisen das Karolingische Freilichtlabor Lauresham in Lorsch zu einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung.

Im Besucherinformationszentrum, dem Ausgangspunkt der Lauresham-Führungen, begrüßte die DLH-Kreisvorsitzende Dagmar Kötter vom Überwald-Gymnasium in Wald-Michelbach die zahlreichen Teilnehmer des Tagesseminars. Sie bedankte sich bei Volker Weigand, dem Vorsitzenden des Philologenverbandes im Kreis Bergstraße vom Lessing-Gymnasium in Lampertheim, für die sorgfältige Vorbereitung der Veranstaltung. Das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham entstand in einem Zeitraum von zwei Jahren und wurde im September 2014 eröffnet. Lauresham ist über vier Hektar groß und beinhaltet insgesamt 21 Wirtschafts-, Wohn- und Stallbauten sowie eine Kapelle. Alle Gebäude wurden nach dem Vorbild bekannter frühmittelalterlicher Gebäude rekonstruiert.


Der Alltag im Mittelalter

Der nachgebaute karolingische Herrenhof auf dem Welterbeareal Kloster Lorsch verdeutlicht die Alltagskultur und Lebensgewohnheiten der Menschen im achten und neunten Jahrhundert. Lauresham dient auch der Erprobung verschiedener handwerklicher und landwirtschaftlicher Arbeitstechniken mit den Werkzeugen dieser Zeit und dem Sammeln von Erfahrungen mit alten Tierrassen und Getreidesorten. In seiner Art ist Lauresham einzigartig in Deutschland.


Wohnbereich des Herrenhofes

Zunächst wurden die Lehrkräfte in den Wohnbereich des Herrenhofes geführt. Hier besichtigten sie die Scheune, das Haus der Hörigen (Leibeigenen), das Frauenarbeitshaus, der Gemüsegarten mit seinen Hochbeeten, das Klerikerhaus, die aus Stein gebaute Kapelle und das größte Haus - das Herrenhaus. Den Teilnehmern wurden dabei die Funktion und Bedeutung der einzelnen Gebäude und Einrichtungsgegenstände vor Augen geführt - so lernten sie zum Beispiel die Herstellung und das Färben von Wolle und Stoffen im Arbeitshaus der Frauen kennen.

Historische Überlieferungen

Anschließend besichtigten die Lehrkräfte die Schmiede sowie die landwirtschaftlichen Flächen mit regionalen Getreidesorten sowie die Nutztiere. Bei der Auswahl der Tiere und Pflanzen griffen die Experten auf archäologische Funde und historische Überlieferungen wie die Krongüterverordnung Karls des Großen zurück.

Das besondere Interesse der Seminarteilnehmer galt naturgemäß den Möglichkeiten, die das Freilichtlabor für einen Besuch von Schulklassen bietet. Neben den bereits bestehenden Angeboten im Museumszentrum Lorsch sind in Lauresham neue museumspädagogische Projekte wie das Färben von Tuch, das Backen von Brot, die Arbeit mit vor Ort gewonnenem Bienenwachs und die Ausübung bestimmter mittelalterlicher Handwerke in der Planung.


Erfahrungsaustausch

Die Fortbildung klang mit einem Austausch über die im Freilichtlabor gewonnenen Eindrücke sowie mit einem Erfahrungsaustausch über Fragen des Schulalltags im "Back- und Brauhaus Drayß" in Lorsch aus. Zu diesem Abschluss der Fortbildung konnten die teilnehmenden Lehrer auch den Vorsitzenden des Lehrerverbandes aus Darmstadt-Dieburg, Markus Stellfeldt, begrüßen.


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