• DLH Kreisverband Bergstra

Hilferufe aus den Schulen werden lauter

PRESSEMITTEILUNG des

Gesamtpersonalrats am Staatlichen Schulamt Bergstraße/Odenwald in Heppenheim


Kreis Bergstraße/Odenwald. Der Gesamtpersonalrat des Staatlichen Schulamts Bergstraße/Odenwald schaut mit kritischem Blick auf die Maßgaben des Koalitionsvertrags der neuen schwarz-grünen Landesregierung bei der Bildungspolitik. „Es ist zu befürchten, dass es in diesem Bereich ein fröhliches 'Weiter so’ gibt, zumal schon im Wahlkampf von den Regierungsparteien eine ausgiebige Selbstbeweihräucherung stattfand, während die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen bei allem Engagement nicht mehr wissen, wie sie alles bewältigen sollen“, sagt Holger Giebel von der Fraktion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Hessen hinke bei vielen anvisierten Zielen im Bildungsbereich deutlich hinterher, auch wenn dies seitens des Kultusministeriums in aller Regel völlig anders kommuniziert werde. Besonders deutlich werde dies immer wieder am Beispiel der Inklusion. „Uns erreichen Hilferufe von Schulleitungen, die nicht mehr wissen, wie sie mit den zur Verfügung gestellten Ressourcen die täglichen Herausforderungen tatsächlich meistern sollen“, fügt Volker Weigand von der Fraktion des Deutschen Lehrerverbandes Hessen (DLH) im Gesamtpersonalrat hinzu.

So hätten beispielsweise die Lehrkräfte einer Hauptschulklasse im Schulamtsbezirk eine Überlastungsanzeige gestellt, da sie sich nicht mehr in der Lage sehen, die Klasse zu unterrichten. Von den 22 Schülerinnen und Schülern hätte die Mehrheit einen ergänzenden Förderbedarf, sie seien recht lernschwach und bedürften von daher individueller Förderung. Viele zeigen sich verhaltensauffällig und würden dringend Einzel- oder Gruppenbetreuung benötigen.

Alle Möglichkeiten der Unterstützung - von Schulsozialarbeit bis Schulpsychologie - wurden in Anspruch genommen, blieben aber erfolglos. Die Schulleitung erkannte dringenden Handlungsbedarf und steckte sämtliche für diesen Bereich zur Verfügung stehenden Ressourcen in diese Klasse, was letztlich sogar zulasten anderer Klassen ging, doch auch diese Maßnahmen fruchteten nicht.

„Ein allgemeiner Hinweis, dass sich die betroffenen Kolleginnen und Kollegen entsprechend fortbilden sollen, ist schon allein aus dem Grund fast zynisch, dass es sich bei den eingesetzten Lehrkräften teilweise um Personen handelt, die sehr erfahren sind und bereits viele einschlägige Fortbildungen besucht haben. Dass selbst die nicht mehr weiter wissen, zeigt deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist, der im Kultusministerium trotz aller Hilferufe aus den Schulen weiter beharrlich übersehen wird“, so Giebel und Weigand unisono.

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